März 2012
Inzwischen hat mich Xaver wieder an eine Kurswochenende mitgenommen. Frau Zähner war ja ganz begeistert ab mir. Ich habe nämlich endlich verstanden worum es geht. Zuerst muss ich von einem Gegenstand den Geruch aufnehmen und dann selbständig diesem Geruch folgen, bis ich die gesuchte Person gefunden habe. Zuerst hätte ich ja an der Person hochstehen sollen, um sie anzuzeigen, aber sie haben schnell eingesehen, dass ein Kromi dies nicht unbedingt toll findet. Also mache ich einfach ein "Sitz" vor der gefundenen Person. Das habe ich auch schon sehr gut begriffen. Ausser einmal, als ein fieses Stöckchen mich in meinen Allerwertesten gezwickt hat, da musste ich dieses zuerst so richtig verbeissen und zeigen, wer hier der Chef ist. Was fällt dem Ding auch ein, mich bei der Arbeit zu stören...
Ich kann auch schon ohne Sicht suchen. Am Anfang hab ich ja zugesehen, dass sich jemand versteckt. Jetzt muss ich im Auto warten, bis Xaver mich holt. Die Person ist dann schon weg und ich hab nur noch die Spur, die ich verfolgen kann. Liebe Leute, ich sage euch, das macht ja wirklich einen Heidenspass, denn ich sage wo es lang geht und ich darf ganz legal an der Leine ziehen. Das find ich so toll, dass ich inzwischen sogar meistens bereit bin, an der normalen Leine locker zu laufen...
Und ich habe auch andere Hunde kennengelernt, die mit mir die Freude an dieser Tätigkeit gefunden haben. Der eine ist ja ein Polizeihund und der wird irgendwann einmal echte Täter suchen. Oder Vermisste! Wow, da bin ich ganz schön neidisch.
Ich gebe aber auch zu, dass es enorm anstrengend ist. Nach so einer Trainingseinheit bin ich immer totmüde und auch noch ein, zwei Tage danach möchte ich nicht viel denken müssen. Doch es ist eine zufriedene Müdigkeit! V.a. weil ich weiss, dass ich etwas geleistet habe, dass mir kein Mensch auch nur ansatzweise nachmachen kann!!!
Ach ja, ich habe inzwischen auch erfahren, dass Frau Zähner im Kongo Hundeführer und Hunde (die Superspezialisten für diesen Job: Bloodhounds) zum Trailen ausbildet, damit diese Wilderer jagen und so die extrem gefährdeten Berggorillas schützen können. - Ein sehr spannendes Projekt! (im "schweizer Hundemagazin" erscheinen immer wieder Artikel darüber und es gibt sogar einen Sonderdruck Congohounds - die Webseiten funktionieren leider momentan nicht, aber ich werde Euch bestimmt auf dem Laufenden halten)
Januar 2012
Xaver hat einen Kurs mit mir begonnen. Er spricht immer von Mantrailing. Ich habe noch nicht ganz verstanden, was ich genau machen muss. Aber irgendwie laufen immer Menschen weg, die ich suchen muss. Finde ich ja ganz einfach, denn die laufen nie weit weg und sehe ja immer, wohin sie laufen. Komischerweise muss ich aber bevor ich nachrennen kann (Xaver hält mich dann immer an einer langen Leine und ich trage ein spezielles Gstältli) in einer Tüte den Geruch aufnehmen. Also Xaver hält mir diese Tüte immer so vor die Nase, dass ich gar nicht anders kann als an dem Gegenstand darin zu schnuppern...
Wir fahren dazu nach Kleindöttingen, denn die Frau Zähner von Certodog erzählt dann den Teilnehmern was sie machen müssen. Und diese Frau scheint wirklich zu verstehen, was sie sagt, denn es ist sogar ein Polizist in diesem Kurs...
Ich werde euch weiter berichten, wie das mit dem Mantrailing so geht...